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Blogeintrag 15.10.2026

Materialpreise vom Großhandel richtig kalkulieren – so verdienst du am Material

Viele Handwerksbetriebe verdienen am Lohn gut und verschenken am Material Geld – nicht aus Großzügigkeit, sondern weil irgendwo zwischen Listenpreis, Rabattgruppe und Preiseinheit ein Fehler steckt. Hier siehst du Schritt für Schritt, wie aus dem Großhändlerkatalog ein Verkaufspreis wird, der deine Kosten deckt.

Werkbank mit Taschenrechner, Preisliste des Großhändlers, Kupferfittings und Laptop mit Angebot

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Listenpreis im Katalog ist nicht dein Einkaufspreis. Dein Einkaufspreis (EK) ist der Listenpreis minus deinem Rabatt – oder direkt der Nettopreis.
  • Preise gelten oft je 10, 100 oder 1.000 Stück. Wer das übersieht, verrechnet sich um den Faktor 100.
  • Auf den EK kommt dein Materialaufschlag – gestaffelt nach Warenwert, nicht pauschal.
  • Veraltete Preise fressen deinen Aufschlag auf. Großhändlerkataloge regelmäßig aktualisieren.
  • Mit Datanorm rechnet deine Software Rabatte und Preiseinheiten automatisch.

Listenpreis, Nettopreis, Einkaufspreis – was ist was?

Im Großhandel begegnen dir drei Preise, die gern durcheinandergehen:

Begriff Bedeutung Für wen gilt er?
Listenpreis (Bruttopreis, UVP des Großhandels) offizieller Katalogpreis ohne Rabatt für niemanden – er ist die Rechenbasis
Rabattgruppe Gruppe von Artikeln mit gleichem Rabattsatz, z. B. „Kupferrohr“ oder „Markenarmaturen“ dein Rabatt hängt an deinem Kundenkonto
Nettopreis dein persönlicher Preis, bereits rabattiert nur für dich
Einkaufspreis (EK) was du tatsächlich zahlst: Nettopreis bzw. Listenpreis minus Rabatt Grundlage deiner Kalkulation

Das Wort „brutto“ meint im Großhandel übrigens nicht „inklusive Mehrwertsteuer“, sondern „vor Rabatt“. Alle Preise im Katalog sind Nettopreise im steuerlichen Sinn.

Schritt für Schritt: Vom Listenpreis zum Verkaufspreis

Nehmen wir einen Kugelhahn aus dem Katalog deines SHK-Großhändlers:

Schritt Rechnung Ergebnis
1. Listenpreis laut Katalog 1.280,00 € je 100 Stück 1.280,00 €
2. Preiseinheit auflösen 1.280,00 € ÷ 100 12,80 € je Stück
3. Rabatt deiner Rabattgruppe 12,80 € × 35 % − 4,48 €
4. Einkaufspreis 12,80 € − 4,48 € 8,32 €
5. Materialaufschlag 25 % 8,32 € × 1,25 10,40 € Verkaufspreis

Wäre Schritt 2 vergessen worden, stünde der Kugelhahn mit 1.040,00 € im Angebot. Klingt absurd, passiert aber – vor allem bei Kleinteilen, Kabeln und Befestigungsmaterial, wo die Preiseinheit fast immer 100 oder 1.000 ist. Umgekehrt ist es schlimmer: Wer einen Preis „je 1 Stück“ als „je 100“ liest, verkauft für ein Hundertstel und merkt es erst in der Nachkalkulation.

Den Aufschlag staffeln statt pauschal rechnen

Ein einziger Aufschlag für alles ist bequem, aber selten richtig. Bei einem Heizkessel für 4.000 € bringen 25 % Aufschlag 1.000 € – das kann der Kunde mit einem Klick im Internet vergleichen. Bei einer Packung Dübel für 3 € bringen 25 % gerade 0,75 € – das deckt nicht mal die Fahrt zum Großhändler.

Eine bewährte Staffel nach Einkaufswert je Position:

EK je Stück Aufschlag (Orientierung)
bis 10 € 40–100 %
10 – 100 € 25–40 %
100 – 1.000 € 15–25 %
über 1.000 € 10–15 %

Die Werte sind Orientierung, keine Branchenstatistik. Entscheidend ist, dass dein Aufschlag deine echten Kosten deckt: Beschaffung, Lager, Fahrten, Verschnitt, Vorfinanzierung und Gewährleistung. Warum Aufschlag und Marge nicht dasselbe sind, erklärt unser Wissensartikel zum Materialaufschlag. Rechnen kannst du es mit dem Materialaufschlag-Rechner.

Die 6 teuersten Fehler bei Großhandelspreisen

  1. Listenpreis als Einkaufspreis behandelt. Dann rechnest du den Aufschlag auf eine zu hohe Basis und dein Angebot wird teurer als nötig – oder du gibst unbemerkt deinen Rabatt an den Kunden weiter, wenn du „zum Listenpreis“ verkaufst und gleichzeitig glaubst, das sei dein Gewinn.
  2. Preiseinheit ignoriert. Faktor 10, 100 oder 1.000 daneben – siehe oben.
  3. Alte Preise im Angebot. Wer mit dem Katalog vom letzten Jahr kalkuliert, verliert bei jeder Preiserhöhung des Großhändlers seinen Aufschlag. Plane ein festes Update, z. B. am Monatsanfang.
  4. Rohstoffzuschläge vergessen. Kabel und Messingteile haben oft einen Kupfer- oder Metallzuschlag nach Tageskurs, der nicht im Grundpreis steht. Bei großen Mengen den aktuellen Preis beim Großhändler prüfen.
  5. Kleinteile ohne Aufschlag. Schrauben, Dübel, Silikon und Kabelbinder summieren sich. Entweder ordentlich aufschlagen oder als Kleinmaterialpauschale abrechnen.
  6. Material zum Einkaufspreis „durchgereicht“. Material ist kein Gefallen, sondern eine Leistung mit Kosten und Haftung. Auch beigestelltes Material verursacht Aufwand.

Preise aktuell halten: Datanorm und IDS-Connect

Damit du nicht jeden Preis von Hand pflegen musst, gibt es zwei Standardwege zum Großhändler:

  • Datanorm – dein Großhändler liefert den kompletten Artikelstamm als Datei, inklusive deiner Rabattgruppen. Deine Software rechnet Listenpreis, Preiseinheit und Rabatt selbst um. Änderungslieferungen mit neuen Preisen spielst du regelmäßig ein. Wie das Format aufgebaut ist, erklärt unser Artikel Datanorm einfach erklärt.
  • IDS-Connect – du legst Artikel im Webshop des Großhändlers in den Warenkorb und übernimmst ihn mit tagesaktuellen Preisen direkt ins Angebot. Ideal für teure Einzelteile, bei denen jeder Euro zählt. Mehr dazu unter IDS-Connect im Handwerk.

Faustregel: Datanorm für die Breite, IDS-Connect für die teuren Einzelstücke.

So geht's in Hawepro

In Hawepro lädst du die Datanorm-Kataloge deiner Großhändler selbst hoch – Datanorm 4 und 5, bis zu 10 Kataloge. Den Rest erledigt die Software:

  • Einkaufspreis automatisch – Nettopreis, sonst Listenpreis minus Rabattgruppe, Preiseinheit auf den Stückpreis umgerechnet
  • Preisregel – Verkauf zum Listenpreis des Großhändlers oder Einkaufspreis plus dein Materialaufschlag
  • Kein Verkauf ohne Gewinn – fehlt der Listenpreis oder ist er gleich dem EK, greift automatisch dein Aufschlag
  • Material suchen – im Angebot nach Artikelnummer, EAN oder Bezeichnung in allen Katalogen gleichzeitig suchen und mit einem Klick übernehmen

Weiterlesen: Datanorm-Schnittstelle in Hawepro | Materialien & Artikel | Stundenverrechnungssatz berechnen

Materialpreise kalkulieren mit der Handwerkersoftware Hawepro

Großhändlerpreise direkt im Angebot

Mit Hawepro findest du jeden Artikel deiner Großhändler beim Schreiben – mit echtem Einkaufspreis und deinem Aufschlag.

  1. Datanorm 4 und 5 selbst importieren
  2. Rabatte und Preiseinheiten automatisch verrechnet
  3. Im Professional-Tarif ohne Aufpreis enthalten

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